Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Trier-Metz: Abschnitt Stadtbredimus-Leymillen

Stadtbredimus, Stadtbriedemes

Die große römische Fernstraße von Trier nach Metz überquerte hier die Mosel. Sicherlich folgte die Ortswahl aufgrund der vorhandenen alten keltischen Wege, die durch eine Furt mit Hinweisen auf die Bronzezeit und einer Brücke aus den Jahren um 122 vor Chr. vorgezeichnet waren.

Die Stadt Stadtbredimus ist der Sammelpunkt der Altstraßen auf der linken Moselseite als Brückenkopf zur Brücke über die Mosel und Verbindung nach Trier .Die kleine gemütliche Stadt an der Mosel liegt unmittelbar an den herrlichen Weinbergen, die einen hervorragenden Wein ihren Gästen bieten. Ein Test kann nur empfohlen werden. Am gestreckten Ufer der Mosel mit den gepflegten Parkanlagen laden mehrere ausgezeichnete Hotels und Restaurants zum Verbleib ein. Herrliche Aussichten bieten sich aus den oberen Wegen in den Weinbergen auf das Moseltal.

In dem ehemals mit einer Mauer umgebenen Schloß soll ein bedeutender Weinkeller sein. Das Schloß ist auch Sitz der Winzergenossenschaft "Vinsmoselle".

Die genaue Führung der römischen Straßentrasse ist nicht überall genau gesichert.

Die römische Fernstrraße, von der heute kaum noch Spuren vorhanden sind, zog in Richtung Dalheim, dem römischen Ricciacum.

Dalheim (Ricciacum)

Bedeutende Hinweise auf die alte Fernstraße und die ehemalige Siedlung sind von den Archäologen des Nationalmuseums für Geschichte und Kunst in Luxemburg dort ausgegraben worden. Die römische Straße führte nur in geringer östlicher Entfernung vom heutigen Ort Dalheim vorbei und durch die Mitte der ehemaligen römischen Siedlung. Die große Ausgrabungsstätte ist weithin durch das hohe Adler – Denkmal sichtbar.

Der gallo-römische Vicus,der an der Stelle einer treverischen Vorgängersiedlung aus der Zeit von etwa 350 bis 20 vor Christus mit Spuren bis in die Urnenfelderzeit (1250- 750 vor Chr.) entstand, erhielt von Marcus Agrippa die Funktion einer Raststation und eines Etappenorts an der großen Römerfernstraße. Die Siedlung entwickelte sich ab dem 1.Jh. nach Chr.sehr stark und erreichte in der Mitte des 3.Jhds eine bebaute Fläche von etwa 25 ha . Neben den privaten Häusern befanden sich auch große öffentliche Bauten, wie eine Herberge, mehrere Tempel, Thermen und ein Theater für 3500 bis 4000 Zuschauer. Im Norden und Süden der Siedlung befanden sich große Gräberfelder. Die archäologischen Funde zeugen von einer Einwohnerschaft von Handwerkern und Händlern.

Ausgrabungsarbeiten der Archäologen des Nationalmuseums für Geschichte und Kunst, Luxemburg, fanden bei ihren Grabungen u.a. einen Prunktempel von etwa 28 x 19m Größe. Er wird in die Regierungszeit des Kaisers Hadrian, in die 30er Jahre des 2.Jhds nach Chr. eingeordnet. Zahlreiche Münzfunde gaben die entsprechenden Hinweise.

Der zeitliche Rahmen in dem die römische Siedlung bestand:

 

58 bis 50 vor Christus : Eroberung Galliens durch Julius Caesar

18 / 17 vor Christus : Bau der Fernstraße Mittelmeer – Rhein durch Marcus Agrippa und Gründung des Vicus Ricciacum

70 / 71 nach Christus: Neuaufteilung des Siedlungsareals

275 / 276: Germaneneinfälle, erste gewaltsame Zerstörung des Vicus

353 / 355: Germaneneinfälle, erneute Zerstörung des Vicus

407: Beginn der Völkerwanderung, endgültige Zerstörung der Römersiedlung

Das Adler-Denkmal erinnert an die vormalige römische Ortschaft Ricciacum und bildet zugleich das Wahrzeichen von Dalheim. Die gewaltigen Steinquader, die den massiven Denkmalsockel bilden, wurden im letzten Jahrhundert unweit ihres heutigen Standortes ausgegraben. Die Wissenschaftler glauben, daß diese Steinblöcke aus dem bereits in römischer Zeit (Mitte des 3.Jhds) abgetragenen Theater stammen könnten und zum Bau der Fundamente eines römischen "Burgus", d.h. eines Überwachungs- und Verteidigungsturmes wieder verwendet wurden.

Das Adler-Denkmal selbst wurde im letzten Jahrhd. von der "Archäologischen Gesellschaft Luxemburgs" errichtet. Am 28. Mai 1855 feierte man die Grundsteinlegung im Beisein von Wilhelm III., König der Niederlande und Grossherzog von Luxemburg, der zusammen mit seinem Bruder und Stellvertreter im Grossherzogtum, dem Prinzen Heinrich, an den Feierlichkeiten teilnahm. Durch das Denkmal wollte man der Präsenz Roms auf dem Dalheimer Plateau "Petzel" gedenken. Der Adler auf der Weltkugel stehend, scheint nach Trier zu schauen, während der Körper der Stadt Metz zugewandt ist. Diese Haltung soll die Straßenverbindung Metz – Trier symbolisieren, da sie ja die einstige Lebensader der Römersiedlung war.

Das Denkmal wurde im Kriege zerstört und nach dem Krieg neu aufgebaut.

Die alte Römerstraße führte weiter nach Filsdorf. Vom östlchen Ortsrand setzt sie sich dort wieder in schnurgerader Richtung auf der Trasse einer heute noch befahrenen Straße nach Leymillen fort.

Sie überquert die Straße Altwies – Aspelt in gerader Linie und führt über die Victor- Hugo- Brücke über die Grenze nach Frankreich. Ein kurzes Stück bildete hier die alte Römerstraße offensichtlich die Grenze Luxemburg / Frankreich. Infolge des Aalbachtales mit seinen rel. großen Höhenunterschieden waren in der Vergangenheit sicherlich vermehrt Wegeumlegungen notwendig. Wahrscheinlich wurde auch das Aalbachtal bei Leymillen durch die Trasse der alten Römerstraße an verschiedenen Stellen überwunden.Von Leymillen(L) aus führt die Altstraße nach Frankeich und dann in schnurgerader Richtung nach Boust - Hettange-Grande - Thionville – Metz.

 

Literatur:

Karl Baedeker, Reiseführer Luxemburg

Guy Binsfeld, Großherzogturm Luxemburg, Reiseführer

Institut geographique national- Nancy / Metz / Luxembourg, Blatt 11, Serie Verte 1 : 100 000