Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Trier-Metz: Abschnitt Trier-Tawern

Trier, Colonia Augusta Treverorum

Das hochinteressanteTrier mit vielen sehenswerten Kulturdenkmälern, heute die älteste Stadt Deutschlands, lag ursprünglich an einer Furt durch die Mosel, die spätestens seit der Bronzezeit begangen wurde. Nach der Gründung der Colonia Augusta Treverorum (Stadt Trier) und der Festlegung des Straßennetzes wurde das schnell wachsende Zentrum um 41 nach Chr. durch einen festen Brückenbau in das Verkehrsnetz eingebunden. Auf einem Rost von eingerammten Eichenpfählen standen Pfeiler aus Kalkstein. Balken und Bohlen trugen die Fahrbahn. Um 140 nach Chr. baute man nur wenige Meter daneben die noch heute in Betrieb befindliche Römerbrücke über die Mosel. Zu Beginn des 4.Jh. machte der römische Kaiser Konstantin der Große, Trier zur zweiten Hauptstadt des römischen Reichs und verschaffte der Stadt erhebliche Bedeutung, die sich in zahlreichen historischen Gebäuden heute noch zeigt. Konstantin hat das Christentum als Staatsreligion anerkannt Er hat im Jahre 307 seine Frau Feista wahrscheinlich in Trier geheiratet. Seine Mutter, die Heilige Helena hat die Reliquien des Heiligen Matthias beschafft und nach Trier bringen lassen.

Die Römerstraße verläßt das Zentrum von Trier über die Matthiasstraße an deren Anfang, zu römischen Zeiten ein Stadttor stand. Die Altstraße verläuft über die Matthiasstraße direkt zur Matthiaskirche und weiter nach Metard.

Der heutige Bau der St.Matthiaskirche enthält noch ansehnliche Teile der von Erzbischof Egbert (977-993) auf der Stelle der Euchariuaskirche im 5.Jh. gebauten Kirche. Auch Kaiser Otto III. hat sich an weiteren Um- uns Ausbaumaßnahmen beteiligt. Unter der Abteikirche St. Matthias sind viele Gräber aus dem 3. uns 4.Jahrhundert ausgegraben worden. Es waren Angehörige der ersten Christengemeinde nördllich der Alpen. Die Gräber sind eng um die Gräber der ersten Trierer Bischöfe Eucharius und Valerius geschart. Es wurde nachgewiesen, daß bereits um 270 in Trier eine christliche Gemeinde bestand. Damit ist das Trierer Bistum das älteste in Deutschand. In der Benediktinerabtei St.Matthias wird seit dem 12.Jahrhdt das Grab des Apostels Matthias verehrt. Es ist das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen.

Zum Namen Trier erzählt die Legende:

Nachdem Reims (Remis) seinen Ursprung auf Remus, den Mitbegründer Roms zurückführt, fühlt sich Trier nach Wolfgang Binsfeld berechtigt, den seinen in Abrahams Zeiten zu verlegen. Und als Gründer einen Mann namens Trebeta zu entdecken. Dieser Trebete soll ein Sohn des Ninus gewesen – Ninus herrschte in Assyrien 1300 Jahre vor Rom - und nach dessen Tod von seiner Stiefmutter Semiramis, der Gründerin von Babylon, vertrieben worden und so an die Mosel gelangt sein. Hier habe er wie die Trierer berichten, ihre Stadt gegründet und prächtig ausgestattet. Als seine Grablage wird heute noch das Franzosenknüppchen auf dem Petersberg angesehen.

 

Die Altstraße verläßt Metard weitgehend auf der Trasse der heutigen B 51 im Moseltal, führt weiter zur Saar, teilweise über den Moselrad- und Fußweg und erreicht Konz, das römische Contionacum.

 

Literatur:

Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz: Führer zur vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Band 32, Teile1(Text) und 2 (Beilagen, Pläne)

Rheinisches Landesmuseum Trier: Trier Augustusstadt der Treverer, Verlag Philipp von Zabern

Topog.Karte 1:50 000 Blatt L6304 , Trier

Topog.Karte, Wanderkarte 1:25000, Erholungsgebiet Saartal-Obermosel, Herausgeber: Verein Erholungsgebiet Saartal e.V. 5510 Saarburg-Verkehrsamt

Cüppers, Die Römer in Rheinland-Pfalz, Theiss Verlag, Stuttgart, 1990

Hagen, Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 8.Bd. Römerstraßen der Rheinprovinz, Kurt Schroeder, Verlag, Bonn,1931

 

 

 

Konz, das römische Contionacum

Durch die Trierer Straße und die Karthäuser Straße kommt man in die Römerstraße, die heute noch ihren Namen nach der ursprünglichen Altstraße trägt.

Oberhalb der Saarmündung in die Mosel sind auf einem schmalen Bergsattel (mit herrlicher Aussicht auf die Saarmündung und das Moseltal) ausgedehnte Reste eines größeren römischen Palastbaues gefunden worden. Der römische Kaiser Valentinian I. (364 – 376) hat sich hier eine prachtvolle Sommerresidenz errichten lassen. Es war offensichtlich eine große Portikusvilla mit Eck- und Mittelrisalit, wobei die Gebäudeachse OW gerichtet ist. Sowohl die Nord- als auch die Südseite des Gebäudes sind mit Portikus und Flügelbauten versehen. Das Kernstück des Palastes bildet ein großer Saal mit Apsis. Ein stollenförmiger Keller im Hof führt zum Heizraum, der mit einem hypokaustierten Segment und Kanälen bereits die Sonderentwicklung der spätantiken Heizungsanlagen zeigt. Putzreste erinnern an farbige Wand- und Deckenflächen. Scherben und Münzen zeigen in die erste Hälfte des 4.Jhds nach Chr. Die Zerstörung oder Auflassung dürfte wohl in der ersten Hälfte des 5.Jhds erfolgt sein.

Man geht davon aus, daß hier auch Ausonius, der Dichter der Mosella verweilte und die steinerne Brücke mit den sechs Bögen und den Savarus (Saar) besang, der weit seine Wogen umherführt, um sie am Sitz des Augustus ermüdet zur Ruhe zu wälzen. . Zahlreiche Gräber mit außerordenlich reichen Grabbeigaben, die in Konz gefunden wurden, zeugen von einer breiten reichen Bevölkerungsschicht, die um den Kaiserpalast in konstantinischer Zeit angesiedelt war.

Bei den Ausschachtungsarbeiten für die Kirche St.Nikolaus gingen wesentliche Teile der Ausgrabungen verloren. Erhalten sind Mauerreste des Apsidensaals in der Kirchenkrypta und ein unter der Kirche liegender überwölbter Heizgang mit Bedienungsraum.

Die bereits 371 erwähnte Brücke über die Saar soll auf sechs Pfeilern geruht und in der Mitte zwei Türme gehabt haben. Über diese Brücke führte die Römerstraße von Trier nach Metz. Sie wurde 1735 zerstört und 1782 bis 1787 wieder aufgebaut. Die Brücke ruhte noch auf den römischen Fundamenten. Im Jahre 1934 erfolgte ein Abriss. Der Neubau war 1944 wieder zerstört worden und mußte 1948 wieder aufgebaut werden. Bekannt wurde der Ort durch die Schlacht an der Konzer Brücke unter General Grana gegen die Franzosen am 11.8.1675, in der sich König Ludwig XIV. und Kaiser Leopold gegenüber standen. Die Franzosen mußten den Rückzug antreten.

Die Altstraße verläßt jetzt Konz über die Konzer - Saarbrücke, in deren nächster Nähe auch die alte oben erwähnte römische Brücke stand. Sie verläuft durch den Fuchsgraben in Richtung Friedhof Tawern mit Kapelle.

Nach anderen Angaben verläuft die alte Römerstraße in Konz zunächst über die Trierer Straße, am Kloster Karthaus vorbei, über die Karthäuser Straße, Granastraße, Saarbrücker Str., Obermoselstraße, L 138, nach Wasserliesch und auf den Liescher Berg zum „Alten Römerlager“. Hier ist ein Parkplatz von dem aus man herrliche Wanderungen unternehmen kann. Der Weg führt zunächst zur Wasserliescher Kapelle, von der man einen herrlichen Ausblick auf die Mosel hat.

 

Die Löschemer Kapelle bei Wasserliesch

Auf dem Löschemer Berg etwa 340m über NN und 200m über der Mosel, steht weithin sichtbar die angeblich im Jahre 1708 erbaute Löschemer Kapelle. Das ganze Jahr über, aber besonders in der Fastenzeit und im Maimonat wird sie als Wallfahrtskirche von den Gläubigen aus Wasserliesch und der Umgebung besucht. 1846 wurde die Kapelle aus eigenen Mitteln unter Verwendung der vorhandenen Außenmauern wieder aufgebaut, da von der „Hochlöblichen, Königlichen Regierung zu Trier“ keine Gelder zur Verfügung gestellt wurden. Daran beteiligt waren die Gemeinden Wasserliesch, Reinig, Könen und Tawern.

1946 / 47 wurden vom Lehrer Friedrich Kinder (u.a. B.Hoffmann) vom Unterricht freigestellt, um bei der Kapelle zu räumen und bei Renovierungsarbeiten zu Hand zu gehen.

1969/70 war eine weitere durchgreifende Renovierung vor allem des Daches notwendig geworden, die ebenfalls aus Spenden der Bevölkerung finanziert wurde. Im Mai/Juni 2003 wurde vom Wasserliescher HVV für 6835 Euro eine Außensanierung in Absprache mit dem Amt für kirchliche Denkmalpflege durchgeführt. Schadhafte Sandsteine wurden ersetzt und die Giebelabdeckung in Blei erneuert und das gußeiserne Giebelkreuz wurde fachgerecht saniert und wieder in den neuen Kreuzsockel eingesetzt.