Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Metz-Lyon: Abschnitt Toul-Neufchateau

Toul liegt an der Mulde des Ingressin. Die Mosel floß einst hierdurch zur Maas. Durch eine geologische Störung vor etwa 1 Million Jahre wurde der Lauf des Flußes in den heutigen Lauf der Mosel gelenkt. Der lateinische Name Mosella heißt eigentlich „kleine Maas“.

Toul war einst die Hauptstadt der keltischen Leuker und später die römische Kolonie Tullum. Ab 365 war hier ein Bischofssitz. Besonders sehenswert ist die Kathedrale Saint-Etienne, gebaut etwa in den Jahren von 1221 bis 1507. Kaiser Karl IV.(Goldene Bulle) erklärte Toul zur „Freien Reichsstadt“. Der französische König Henri II. ließ die Stadt 1552 besetzen. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 kam die Stadt endgültig an Frankreich. Der Befestigungsring der Stadt aus dem 17. Jh. ist fast noch vollständig erhalten. 9 Bastionen mit 4 Toren können heute noch besichtigt werden.

Die Römerstraße verläßt Toul wohl auf der Trasse der N 74. Bei Bagneuy biegt die Altstraße in eine etwas westlichere Trasse nach Neufchatau ab. Erreicht wird diese Römerstraße über die Verbindungsstraße Bagneux – Allain. Kurz vor Bagneux kreuzt die Römerstraße die Verbindungsstraße. In Richtung N74 ist sie als Sackgasse beschildert. Nach Süden in Richtung zur Querstraße D4 ist sie aber gut befahrbar . Das Stück Römerstraße zwischen der D4 und der unterhalb liegenden D11 ist im Augenblick nicht befahrbar . Man kann dieses Stück aber leicht umfahren: in den Ort Barisey-au-Plain und am Ende des Otrtes auf der D11 in Richtung N74 (Autreville). Einen knappen km nach (östl.) Barisey schneidet die Römerstraße die D11 und man kann auf die Altstraße einbiegen. Die Römerstraße zeigt sich auf einem rel. hohen Damm und sehr gut mit Auto oder Fahrrad zu befahren. Man überquert die Verbindungsstraße Saulxures-les-Vannes – Autreville und fährt auf sehr guter Römerstraße in einer herrlichen Gegend nach Süden bis zur Querstraße D19. Wegen Wasserbauarbeiten ist zur Zeit der kurze Straßenabschnitt zwischen der D19 und der Verbindungsstraße Mont-l'Etroit -Punerot- N74 nicht zu befahren. Man umfährt dieses Straßenstück und fährt am Ende des Ortes Punerot in Richtung N74 und gelangt nach einem knappen km wieder zur Straßenkreuzung mit der alten Römerstraße. Die Weiterfahrt auf der Römerstraße bis zur D29 (Verbindung Ruppes – Martigny) auf der typischen Römerstraßenführung wird zum Erlebnis. Südlich der D29 kann es in dem Waldgebiet sehr naß (vielleicht zu naß) werden und die Durchfahrt ist je nach Jahreszeit unterschiedlich. Aber ein kurzer Umweg über die N74 bis Soulosse-St.Elophe ist ja auch nicht schlimm. Die weiterführende Trasse der Römerstraße nach Neufchatau wird wohl von der N74 abgedeckt sein.

Die Römerstraße in Richtung St.Elophe ist nicht durchgängig befahrbar, aber bei trockenem Wetter ein sehr schöner Wanderweg.

Das Gebiet um St.Elophe ist seit dem Neolithikum besiedelt. Man fand verschiedene Objekte, die diese Zeitangbe belegen.

Auch aus der gallo-römischen Epoche wurden Dachziegel, Teller, Töpfe, Mahlsteine und andere Hinweise auf römische Villen gefunden. Römische Steinbrüche wurden insbesondere bei Norroy betrieben. Sie haben das Baumaterial für die römischen Bauten der Gegend geliefert.

Die große römische Fernstraße von Lyon nach Trier lief hier durch den Ort und hat sicherlich das Leben am Ort beeinflußt.

Im frühen Kartenwerk von 856 der Abtei von Gorze ist das Dorf Fey eingetragen. Es ist der älteste Nachweis diese Dorfes. In einer Notariatsakte vom Donnerstag vor dem Martinstag 1305 verhandelt der Notar den Verkauf von Gütern im Dorfe Fay mit einem Jean Jacquemin und seiner Frau Beatrix. Nicht zu vergessen ist schließlich der alte traditionelle Wanderweg "Saint Elophe",der verschiedene interessante Punkte verbindet.

Dieses uralte besiedelte Gebiet zeigt eine fast ununterbrochene Kontinuität der Bewirtschaftung, die auch nach der Römerzeit im Mittelalter durch den stark belebten Handelsweg (die alte Römerstraße) zwischen Toul und Langres noch entsprechende Impulse erhalten hat.

Bei St.Elophe mündet die Römerstraße in die N 74 und sehr wahrscheinlich bleibt die Trasse auf dieser Straße bis Neufchateau.

Literatur:

Institut gèographique National, Carte de Randonnèe, 1 : 25 000, Val-de-Meuse/Montigny-le-Roi

Marianne Mehling, Knaurs Kulturführer in Farbe Lothringen

Uwe Anhäuser, DuMont, Kunstreiseführer Lothringen

Carte routière et touristique Michelin, 62, Epinal, Nancy, Strasbourg

Guide de Michelin, Vosges, Lorraine-Alsace