Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Metz-Lyon: Abschnitt Point a Mousson - Toul

Pont - a – Mousson

Die Römerstraße traf hier auf den weithin sichtbaren Mousson Hügel (382m ü.NN.) auf dem die Römer ein Kastell gebaut hatten. Auf dessen Grundmauern errichteten später die Könige von Austrasien ihre Befestigungen. Die nahe gelegenen Kalksteinbrüche lieferten erstklassiges Gestein zur Errichtung großer Bauten mit bewundernswerten Steinmetzarbeiten. Die Baumeister dieser Gegend sind bekannt geworden und haben auch an anderen Orten bedeutende Bauwerke errichtet.

So ist das Portal der spätgotischen Eglise St.Martin um 1460 von dem bekannten Baumeister Jacquemin de Lenoncourt geschaffen worden. In der sehenswerten Kirche steht auch eine klangvolle Orgel aus den Jahren um 1704 von Cl.Legros.

Man kann von der Stadt auch mit dem Auto auf den "La Butte de Mousson" fahren. Nach einem Spaziergang vom Parkplatz durch den Ort auf das Plateau kann die umgebende Landschaft aus der Vogelperspektive eingesehen werden.

Von den verschiedenen Befestigungsanlagen, die hier in den einzelnen Epochen der Geschichte entstanden sind, ist heute nicht sehr viel übrig geblieben. Eine Umfassungsmauer, die das Plateau zum Teil direkt am Abhang begrenzt. Eine moderne Stahlkonstruktion mit Glas, die Kapelle des "Lichts", die schon von großer Entfernung aufgefallen ist, kann jetzt von der Nähe betrachtet und bewundert werden.Die für eine Kapelle eigenwillige Konstruktion hat hier einen beherrschenden Platz erhalten.

Eine Tafelgruppe berichtet aus der Geschichte des Berges mit seinen Anlagen und der davor ausgebreiteten Landschaft.

Die Römerstrasse führte auf dem östlichen Moselufer vom Bergkegel Mousson hinunter nach Scarpone durch die Orte Atton und Loisy. Das römische Scarponna war in der Carta Peutingeriana eingetragen. Ein großes römisches Kastell hat hier eine Siedlung von Handwerkern und Händlern zwischen den Moselarmen begründet.

Die Bauart der Brücken, die hier die Mosel überspannten, ist nicht genau bekannt. Die verschiedenen Moselarme, zwischen denen der Ort und das Kastell lagen, hat verschiedene Brücken erfordert. In einem Fall wurde im Zuge der Holzbrücke ein steinerner Bogen erkannt.

Scarpone blieb bis zum Einfall der Hunnen im 5. Jhd. bewohnt. Es verfiel in den folgenden Jahren mehr und mehr. Auch wird erzählt, daß es im Mittelalter langsam versunken ist.

Reste dieser einstigen starken römischen Befestigungsanlage sind heute im Museum Dieulouard in der ehemaligen Burg zu besichtigen.

Zahlreiche im Museum ausgestellte Fundstücke insbesondere aus der Römer- und Merowinger Zeit lassen in der alten Siedlung eine wohlhabende Bürgerschaft erkennen. Der Verkehrsknotenpunkt hat den Handel begünstigt und die Beziehungen in weiter entfernte Gebiete entwickeln lassen.

Ein Freundeskreis der Burg bemüht sich um die Erhaltung der Burg und um die Aufarbeitung der Geschichte. Nach der franz. Revolution wurden in die Burg Wohnungen eingebaut und verkauft. Der Freundeskreis kauft die einzelnen Wohnungen von den Eigentümern zurück und baut sie wieder im Stile der ehemaligen Burg aus. Dabei wird auch das Museum entsprechend aufgebaut.

Um 997 erbaute Bischof Heimon von Verdun auf der linken Moselseite eine an den Hügel gelehnte Burg, mit der er den zu seinem Bistum gehörenden strategisch wichtigen Übergang der Straße von Metz nach Toul über die Mosel sicherte.

Die Krypta der Kirche St.-Lambert geht im Wesentlichen auf ottonische Zeiten zurück. Ihr Schaustück ist die "Vierge - en - terre", eine Madonna aus dem frühen 15.Jh. Bischof Heimon soll hier als Segensspruch über den Ort gesagt haben: "Dieu le garde" (Gott behüte ihn). Daraus soll sich der heutige Ortsname Dieulouard entwickelt haben.

Die weiterführende Trasse der alten Römerstraße führt von hier über die heutige Trasse der N 411 nach Toul.Sie wurde bis in das Mittelalter benützt. Um 1737 war aber ein Neubau der Straße erforderlich geworden, was aber praktisch auf der Trasse der alten Römerstraße erfolgte. Zwischen Rosières en Haye und Scarpone war aber die Strasse sehr stark ausgefahren. Es mußte auch der Unterbau ausgebessert werden. Dabei fand man viereckige Steinplatten von einer Länge von 1,3 m und einer Breite von 1 m, die in der Strassentrasse eingebaut waren. Auch die begrenzenden Eichenbäume wurden dabei gefällt.

Die alte Römerstrasse führte in schnurgerader Richtung – wie heute – weiter in den Hauptort der keltischen Leuker und in die römische Kolonie Tullum, in das heutige Toul.

Literatur:

Historique succinct sur Sarpone et Dieulouard, Editè par les Amis du Vieux Pays, Janvier 2003

Uwe Anhäuser, DuMont Kunstreiseführer Lothringen

Marianne Mehling, Knaurs Kulturführer Lothringen