Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Trier-Metz: Abschnitt Boust-Metz

Die alte Römerstraße verläßt den Ort Boust auf der Rue de Romaines nach Süden, um sehr schnell wieder im Wald weiter zu führen. Die Trasse der alten Römerstraße zeigt hier im Walde häufig noch die ehemalige Breite und den Damm auf dem sie einst geführt wurde. Nach der Durchquerung des des Forèt Dom.de Garche erscheint die Altstraße nördlich des Bahnüberganges in der Rue de Rome am Forsthaus am Stadteingang. Wahrscheinlich überquert hier die alte Römerstraße die N 53, um auf dem westlichen Ufer der Mosel die Stadt Metz zu erreichen.

Metz, war die ehemalige Hauptstadt des keltischen Stammes der Mediomatriker. Auf dem Bergsporn an der Mündung der Seille in die Mosel lag ihre Burg Divodurum, die 52 vor Christus von den Römern eingenommen wurde. Schon damals war Metz eine der wichtigsten und volkreichsten Städte ganz Galliens. Seit 275 Bistumssitz. Im 4. oder 5. Jh. erhielt die Stadt den Namen Mettis (Metis, Metae) und war neben Trier eines der berühmtesten Zentren im spätantiken Europa. Nach der Legende hat der Petrus-Schüler Clemens die erste christliche Gemeinde in Metz gegründet und im 4.Jahrh.den Bau der ältesten Kirche St.Petrus ad Arenas veranlaßt. Unter dem Bahnhofsgelände liegen die Überreste des einst größten Amphitheaters nördlich der Alpen. Auf dem Zitadellen-Gelände sind noch an mehreren Stellen römische Mauerreste sichtbar. Archäologische Funde sind im Museum zu besichtigen. 451 wurde Metz von den Hunnen zerstört

Im 5.Jh. kam Metz an die Franken. Der römische Stadtpalast wurde Königspfalz. Zur Zeit Karls des Großen standen in Metz bereits 77 Kirchen. 1552 wurde Metz von den französischen Truppen unter dem König Heinrich II. okkupiert.

Die gotische Cathèdrale Saint – Etienne, der heutige Dom, geht auf den von Bischof Theoderich (964 -984) gebauten Dom zurück, der 1039 eingeweiht wurde. Um 1220 legte Bischof Konrad von Scharfenberg (1212 -1224) den Grundstein zum größeren Neubau des Domes und verfolgte dabei den neuen gotischen Baugedanken. Der grandiose Monumentalbau der Gotik wird auch "Ampel Gottes" genannt. Zum Domschatz gehört eine Reiterstatue Karls des Großen. Die originale Bronzestatue, ehemals vergoldet, steht im Louvre in Paris. Metz hat zahlreiche kunsthistorisch und bautechnisch hochinteressante Gebäude und Kunstgegenstände, die eine Besichtigung lohnen.

Literatur:

Uwe Anhäuser, DuMont-Kunstreiseführer, Lothringen

Marianne Mehling, Knaurs Kulturführer in Farbe, Lothringen

W.Hotz, Handbuch der Kunstdenkmäler im Elsass und in Lothringen

Institut geographique national, Blatt 11, Nancy / Metz / Luxembourg, Serie Verte 1 : 100 000