Altstraßen

im Herzen Europas

Römerstraße Trier-Bingen, Abschnitt Kirchberg-Stromberg

Wir verlassen Kirchberg – Denzen, das römische Mansio Dumno in östlicher Richtung über die Simmerner Strasse, die heute auf der Trasse der alten Römerstrasse verlegt ist . Die Strasse führte dann südöstlich von Denzen weiter und zieht nordöstlich des Forsthauses Hallschied zur Höhe 367,9 . Von hier zieht sie im großen Bogen in das Kauerbachtal, überquert den Kauerbach bei der Kauermühle und zieht zur Höhe 360,2 südlich des Kauerhofes. Die Kauermühle wird als frühes Klostergut von Ravengiersburg schon um 1074 erwähnt. Durch den nordwestlichen Teil des Ortes Ohlweiler führt die Strasse weiter, überquert den Simmerbach am Nordhang des Schneeberges und erreicht die ehemalige Strassenkreuung in der ehemaligen Siedlung “In den Espen”. Der Zweig der Ausoniusstrasse über Rheinböllen zieht hier weiter nach Nordosten (siehe unter Nr. 3.07). Der Zweig der Ausoniusstrasse durch den Argenthaler Wald nach Stromberg führt hier nach südosten in die Richtung von Riesweiler, läuft am Friedhof Riesweiler vorbei und verläßt den Ort in östlicher Richtung. Bei der Ortserweiterung 2003 hat man den Strassendamm der Ausoniusstrasse angeschnitten.

Aus dem damals aufgenommenen Profil des Strassenkörpers kann die antike Strassenbaukunst für dieses Strassenstück gesehen werden: Der antike Strassenkörper aus dunklen Quarzit- und Schieferplatten von bis zu 80 cm Länge ist in einer Breite von 6 m erhalten. Zwischen den Steinplatten fanden sich Reste von sandigem Feinkies. Die Steinplatten lagen im gewölbten Teil des Straßenkörpers direkt auf dem humosen Oberboden. In der nördlichen Grabenflanke und im anschließenden Seitengraben jedoch war der Oberboden durch die antiken Bauarbeiten abgetragen und der anstehende Schiefer bis in 50 cm Tiefe abgegraben. Der antike Strassengraben wird deutlich von dem in ihn gerutschten Pflastersteinen nachgezeichnet.

Vom Ort Riesweiler zieht die Altstrasse durch den Hohlweg zum Brühlbach und durch die “Römerheck” in die Richtung Waldsee bei der ehemaligen Eisengrube weiter.

Die Römerstrasse zieht am Nordhang der Ochsenbaumer Höhe vorbei, wo nach Hagen auf dem Kamm die Grundmauern zweier römischen Gebäude nachgewiesen wurden.

Wegen der zahlreichen Funde aus vorgeschichtlichen Zeiten werden die Ursprünge der Wege auch in den vorgeschichtlichen Zeiten gesehen. Die verschiedenen Mineralvorkommen gaben den Grund für vorgeschichtliche Transportwege in weiten Teilen des Hunsrücks. Diese Wege förderten den Warenaustausch auch mit ferneren Ländern und erleichterten den Römern die schnelle Eroberung des Gebietes.

Die Römerstrasse zweigt im westlichen Teil des Dorfes von der Landstrasse ab und zieht an der Kirche vorbei in die Mitte des Dorfes. Sie zieht weiter in die östliche Richtung an der Südseite des Friedhofs vorbei in die Richtung des Weinbergerhofes und weiter am ehemaligen Standort der Burg Gollenfels vorbei nach Stromberg. Der Steilabhang zum Tale des Guldenbaches wurde durch den Steinbruchbetrieb stark verändert. Hier kann also dier alte Strasse nicht mehr verfolgt werden.

Die Wanderung auf der Trasse der Altstrasse, dem heutigen Feldweg zum Weinbergerhof und zur Bergnase, bietet wegen der Kammlage fantastische Ausblicke in die Landschaft.

Auf dem Pfarrköpfchen nordöstlich von Stromberg wurden wieder römische Mauern festgestellt und andere römische Funde gemacht.

Diese Ruine ist der Rest einer großen Burganlage mit einst mächtigen Mauern aus dem 11./12. Jhd.. Ein Teil der Burg ist durch Kalkabbau im 19.Jhd. zerstört worden. Wichtig ist die romanische Burgkapelle mit einem Mosaik aus dem 12.Jhd., das sich heute im Stromberger Heimatmuseum befindet. Die Kapelle war ursprünglich zweigeschossig. Die Burg wurde auf Reichsterritorium errichtet. Durch den stark befestigten Bau und die außerordentlich prachtvolle Kapelle stellt sie für ihre Zeit eine sehr aufwendige Anlage dar. Es wird davon ausgegangen, daß sie Wohnsitz eines Reichsministerialen war, der im Auftrag des Königs den umliegenden Besitz sicherte.

Stromberg im Tal des Guldenbaches gelegen liegt außerdem an der Kreuzung zweier wichtiger Verkehrswege, die von den Burgen gesichert werden sollten. Die Fustenburg oder auch Stromburg genannt, wurde 1056 erstmals erwähnt und 1116 zerstört. Nach dem Wiederaufbau 1156 kam sie als Lehen an die Pfalzgrafen bei Rhein und wurde 1689 von den Franzosen völlig zerstört. Um 1980 wurde die Burg zum modernen Hotel mit Restaurant ausgebaut. Der bekannte Fernsehkoch Johann Lafer bewirtet hier hoch oben auf dem steilen Bergsockel seine Gäste. Die Aussicht gibt einen Überblick über eine ganze Reihe interessanter Bauten des Städtchens. Die “Fustenburg” soll nach einem legendären Fausthieb ihres Gründers, des Graf Berthold aus dem Geschlecht der

Emichonen, benannt worden sein. Seine Burgmannen nannten sich “Fuste von Stromberg”

Die Führung der Römerstrasse durch Stromberg wurde im Laufe der Zeit durch errichtete Gebäude verändert. Bei den Bauarbeiten wurde die Trasse auch wiederholt aufgegraben. Ein Zweig der Trasse soll in das Welschbachtal und über Warmsroth und Walderbach nach Waldalgesheim führen. Nach Hagen sind aber von Stromberg bis Bingen alle Spuren der Römerstrasse verschwunden und der Neubau der Strasse um 1770 wurde weitgehend auf der alten Römertrasse verlegt.

Die Stromberger Neuhütte am Guldenbach hat dem Städtchen erstaunlichen Wohlstand gebracht. Gußeiserene Herdplatten und Öfen gehören heute noch unter Antiquitätensammlern zu den gesuchtesten Objekten. Das “Stromberger Riff”, eine geologische Besonderheit, gab die Grundlage für die umfangreiche Kalksteingewinung in Stromberg.

Im Stadtwald von Stromberg wurden bei Ausgrabungen ausgedehnte Spuren von Siedlungen gefunden, die auf einen römischen Vicus hindeuten. In seiner Nähe fand man einen Mosaikboden und 1982 eine ausgemauerte Grabkammer aus der 2.Hälfte des 1.Jhds. nach Chr.